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Berufsbildungstagung 2021

Mit «hoffentlich das letzte Mal, dass wir uns online sehen», eröffnete Kurt Röschli, Geschäftsführer von KUNSTSTOFF.swiss die Berufsbildungstagung 2021, einen vollgepackten Nachmittag rund ums Thema Ausbildung. Rund 50 Berufsbildungsverantwortliche nahmen an der Berufsbildungstagung 2021 teil, an der attraktive Ausbildungsplätze und konstruktive Konfliktlösung Hauptthemen waren.

Erfolgsfaktoren in der Berufsbildung

Toni Blaser, Abteilungsleiter der Lernendenausbildung bei der Victorinox AG, hielt einen Vortrag über attraktive Ausbildungsplätze. In der weltbekannten Messerschmiede haben Lernende einen sehr hohen Stellenwert. Die Aussage ist klar: «Mit top ausgebildetem Nachwuchs können wir uns von der Konkurrenz abheben!» vom Schnuppern bis zum Lehrabschluss gilt: Es wird mit Kopf, Hand und Herz ausgebildet.

Die Kernaussagen zusammengefasst:

Berufsübergreifende Fähigkeiten fordern und fördern

Ob das «Grüezi» am Morgen, Pünktlichkeit, Kreativität, Flexibilität, sauberes und exaktes Arbeiten oder die Teamfähigkeit – alles sind Eigenschaften, die man Lernenden mitgeben aber auch erwarten kann und muss.

Ein attraktiver Lehrbetrieb sein, um Fachkräfte zu behalten

Um die Lernenden zu motivieren nach der Lehre im Unternehmen zu bleiben, muss man schon beim ersten Kontakt beginnen. Klare Abläufe – vom Schnuppern bis zum Lehrabschluss. Eine Geschäftsleitung, die hinter der Ausbildung steht. Immer die gleiche Ansprechperson, Identifikation mit dem Unternehmen und ein Team, das aufs gleiche Ziel zumarschiert.

Eine Hand wäscht die andere

Gute Leistungen in der Schule werden belohnt. Lernende werden als vollwertige Mitarbeitende angesehen. Dafür gelten aber auch die Victorinox-Jahresziele. Teamausflüge, um Teamgeist und Kameradschaft zu pflegen, gehören dazu. Ebenso wie die Erwartung an kompromisslose Qualitätsarbeit und den kostenbewussten Umgang mit Arbeitszeiten und -mitteln.

Informieren, informieren, informieren

Lernende brauchen Rückmeldung, sei es in Form von Anerkennung oder Kritik. Lernende wollen informiert sein: Sie interessieren sich für den Geschäftsgang, den Umsatz und die Unternehmensziele – schliesslich sind sie ja vollwertige Mitarbeitende und die Zukunft des Unternehmens.

Wir freuen uns, dass wir die Victorinox als Schweizer Spitzenqualitätsunternehmen ab 2022 zu unseren Ausbildungsfirmen für die Kunststoffberufe zählen dürfen und sind uns sicher, dass unsere jüngsten Fachleute dort mit einer qualitativ hochstehenden Ausbildung und mit viel Herzblut ausgebildet werden.

Konflikte mit Lernenden konstruktiv lösen

Anthony Wernli, Dozent an der Lernwerkstatt Olten, zeigte und beleuchtete das Thema «Konflikte mit Lernenden» aus einer für viele Teilnehmende neuen Perspektive. Wir sind uns sicher, dass unsere Berufsbildungsverantwortlichen viele neue Erkenntnisse aber auch Mut im Umgang mit Konflikten in den Geschäftsalltag mitnehmen konnten.

Konflikte - oft suchen die Lernenden etwas

Was ist erlaubt – was nicht? Und was passiert, wenn diese Grenzen von Lernenden überschritten werden? Wo ist deren Platz im Unternehmen? Welche Meinungen und Werte gelten? Die von Zuhause oder die der Firma? Und welche Werte und Meinungen haben nun die Lernenden?

Lernende befinden sich altersmässig meist auf unterschiedlichen Stufen zwischen Kind und erwachsen sein und damit daran, ihre eigene Persönlichkeit zu finden. Die oben genannten Fragen, helfen den Lernenden in dieser Zeit, geben ihnen Orientierung – provozieren aber auch Konflikte.

Es ist gut, Grenzen zu setzen

«Ich habs ihm schon 100-mal gesagt». Das der typische Satz vieler Berufsbildner. Wernlis Devise: «Dann wars 98-mal zu viel». Grenzen fair, begründet und mit allfälligen Konsequenzen zu setzen kann hart sein – hilft den Jugendlichen aber auch in der Welt des Erwachsenseins. Führungsfähigkeiten sind dabei das A und O. Mit klaren Spielregeln, regelmässigem Austausch und passenden Anreizen wird bald aus dem pubertierenden Teenager eine engagierte junge Fachkraft.

Konflikte mit Jugendlichen wird es immer geben – die Frage ist, wie man darauf reagiert. Das Referat von Anthony Wernli zeigt, dass wir auf den Konflikt mit Verständnis reagieren sollten. Helfen wir den Lernenden, ihre Fragen zu beantworten – ob mit konstruktiven Gesprächen oder manchmal auch mit Grenzen.

Alle Referate der Berufsbildungstagung können Sie ►hier anschauen.