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Häufig gestellte Fragen

Allgemein

Was ist eine OdA?

OdA steht für «Organisation der Arbeitswelt». Die Organisationen der Arbeitswelt sind die Träger der Berufsbildung und helfen im Auftrag von Bund und Kantonen bei deren Entwicklung mit. KUNSTSTOFF.swiss ist die verantwortliche OdA für die beiden Berufe Kunststofftechnolog/in EFZ und Kunststoffpraktiker/in EBA.

Wie wurden die neuen Bildungspläne erarbeitet?

Die neuen Bildungspläne wurden durch unsere pädagogische Begleitung (Eva Heinimann, b-werk bildung gmbh) erstellt. Der Inhalt wurde in 12 Workshops durch unsere Ausbildungsbetriebe, üK-Zentren und Lehrpersonen erarbeitet.

Die Form des Bildungsplans wird vom SBFI (Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation) vorgeschrieben und kann nicht geändert werden. Die «Handlungskompetenzorientierung» gilt dabei als neuer Standard für Bildungspläne – deshalb ist auch unserer so aufgebaut.

Wieso wird aus Kunststoffverarbeiter/in EBA neu Kunststoffpraktiker/in EBA?

Technisch-handwerkliche EBA-Ausbildungen enden meist mit «-praktiker/in». Unsere EBA-Ausbildung war da ein Aussenseiter. Aus diesem Grund und weil wir an Berufsmessen oft verwirrte Gesichter gesehen haben, wenn wir erklärten, dass ein Kunststofftechnologe genau wie ein Kunststoffverarbeiter Kunststoff verarbeitet – haben wir uns dazu entschlossen, den Titel zu ändern.

Wieso der enge Zeitplan?

Der Zeitplan folgt dem Standardprozess des SBFI. Dieser ist nicht besonders eng, sondern sieht eine solche Vorgehensweise vor. Die Inkraftsetzung ist per 1. Januar 2022. Bereits diesen Mai beginnen wir mit den Umsetzungsarbeiten an den einzelnen Lernorten. Bis zum Lehrbeginn im August 2022 bleibt noch mehr als ein Jahr Zeit für die Vorbereitung.

Wie soll ich Lernende rekrutieren, wenn ich nicht genau weiss, was in Schule und üK ausgebildet wird?

Grundsätzlich sind die Lerninhalte für Betrieb, Schule und überbetriebliche Kurse definiert. Sie können der jeweiligen Bildungsverordnung und dem dazugehörigen Bildungsplan entnommen werden. Bis zum Lehrbeginn 2022 werden laufend «Umsetzungsdokumente» erstellt. Zum Beispiel: Factsheets, Drehbücher für üK und der Schullehrplan. Sind diese bereit, werden wir sie hier aufschalten.

Für den Rekrutierungsprozess stellen wir Ihnen gerne neue Broschüren zur Verfügung. Diese können hier bestellt werden: [tocco-encoded-addr:MTA1LDExMCwxMDIsMTExLDY0LDEwNywxMTcsMTEwLDExNSwxMTYsMTE1LDExNiwxMTEsMTAyLDEwMiw0NiwxMTUsMTE5LDEwNSwxMTUsMTE1], 062 834 00 60

Wie verändern sich die Lerninhalte?

Durch die Handlungskompetenzorientierung wird die Ausbildung den Bedürfnissen des Arbeitsmarkts angepasst. Am Anfang steht neu eine konkrete Handlung, also eine Tätigkeit oder Aufgabe im Betrieb wie z.B.:

Wieso wurden die Fachrichtungen aufgelöst?

Die Fachrichtungen schaden der Arbeitsmarktfähigkeit der zukünftigen Fachkräfte, weil diese zu spezialisiert ausgebildet werden und sie verhindern eine effektive Planung für Schule und üK. Zudem können diverse kunststoffspezifische Technologien (z.B. 3D-Druck, Schäumen) heute nicht ausgebildet werden, weil es keine entsprechende Fachrichtung gibt. Deshalb hat sich die Industrie entschlossen, die Fachrichtungen abzuschaffen. Die Kantone und der Bund begrüssen diesen Entscheid aufgrund der Komplexitätsreduzierung sehr.

Sind digitale Lösungen geplant? (z.B. time2learn)

Ja! Es soll aber Schritt für Schritt digitalisiert werden. Einige Lösungen sind bereits auf 2022 geplant (erfassen der Lernenden und Einteilungen der üK). Weitere Schritte werden ab August 2022 erfolgen.

Wie wird gewährleistet, dass die Lernorte aufeinander abgestimmt sind?

Ein Teil der neuen Bildungsdokumente ist die Lernortkooperations-Tabelle (kurz: «LOK-Tabelle»). Diese zeigt auf, wann welche Inhalte ausgebildet werden. Bei der Erarbeitung haben wir darauf geachtet, dass die Berufsschulen auf die überbetrieblichen Kurse abgestimmt sind. Auch der Übergang von EBA zu EFZ wurde besser abgestimmt. Die LOK-Tabelle finden Sie hier.

Sind die Bildungspläne nun fix und können nicht mehr geändert werden?

Nein. Nur die interne Anhörung bei der Branche hat bereits stattgefunden. Die letzte Anhörung findet vom 31. Mai bis 13. August statt. Konkrete Änderungsvorschläge können beim SBFI im Rahmen der Anhörung immer noch eingereicht werden. Diese werden erneut geprüft und die Bildungspläne bei Bedarf adaptiert. Alle Informationen finden Sie hier.

Überbetriebliche Kurse

Wieso werden die üK-Tage erhöht?

Die Erhöhung der üK-Tage hat mehrere Gründe: Durch die Auflösung der Fachrichtungen wird die Ausbildung breiter und vernetzter. So sind zusätzlich neue Bildungsinhalte wie Automation, Beratung und Nachhaltigkeit dazugekommen.

Ausserdem: Wird nach dem EBA das EFZ angehängt, können die Kurse angerechnet werden – ein erneuter Besuch ist nicht nötig.

Wie wirken sich die Erhöhung der üK-Tage auf die Kosten aus?

Die Erhöhung der üK-Tage generiert auch mehr Kosten. Um vor allem die Firmen aus der Ostschweiz zu entlasten, ist neu die libs ein üK-Partner von KUNSTSTOFF.swiss. Muss trotzdem ein Hotel gebucht werden, will KUNSTSTOFF.swiss Vergünstigungen anbieten. Mitglieder von KUNSTSTOFF.swiss profitieren ausserdem von Mitgliederrabatten auf die üK-Kosten.

Wo geht mein Lernender in den üK?

Die Aufteilung wird neu nach Schulort erfolgen. Lernende mit Schulort Rapperswil besuchen die üK in der libs, Lernende mit Schulort Aarau besuchen die üK am KATZ (einzelne üK können anders eingeteilt werden).

Wie sind die Lerninhalte der üK geregelt?

Die Grundlagen der Lerninhalte sind als Leistungsziele in den Bildungsplänen aufgeführt. Die einzelnen üK und die dort vermittelten Handlungskompetenzen sind in der Bildungsverordnung aufgeführt. Zusätzlich werden bis 2022 detaillierte Drehbücher zusammen mit unseren üK-Zentren erstellt. Diese Detailinformationen werden auch im Ausbildungsordner ersichtlich sein.

Was ist mit der mechanischen Fertigungstechnik passiert?

Die Workshops haben ergeben, dass die Nachfrage zu gering ist, um weiterhin den üK «Drehen, Fräsen, Bohren» als Pflicht-üK in die neuen Bildungsverordnungen aufzunehmen. Ab 2022 wird dieser deshalb nicht mehr durchgeführt.

Im Rahmen des üK «Reparatur und Wartung» werden immer noch relevante Fähigkeiten des Bereichs Fertigungstechnik ausgebildet (z.B. Bohren oder Trennschleifen). Besteht für Firmen trotzdem Bedarf an Feinmechanik, können diese Themen weiterhin in der Firma oder in einem Kurs auf freiwilliger Basis gelehrt werden.

Wieso zählen die üK zur Abschlussnote?

Mit der Erhöhung der üK-Tage, dem Wegfall der Teil- und Theorieprüfung haben die üK in der neuen Ausbildung einen viel höheren Stellenwert als bisher. Die üK-Note hilft als Standortbestimmung. Da die üK jeweils mehrere Tage dauern, bieten sie mehr Einblick als die Momentaufnahme einer einzelnen Prüfung.

Berufsfachschule

Was bedeutet Handlungskompetenzorientierung für die Berufsfachschulen?

Mit Handlungskompetenzen treten wir in eine neue Ära des Unterrichtens ein. Die klassischen Fächer (Mathematik, Werkstoffkunde, Physik, etc.) werden wegfallen – die (meisten) Themen bleiben jedoch bestehen. Ausgangslage ist eine Handlungskompetenz: Die Lehrpersonen vermitteln Wissen und Kenntnisse, welche für eine konkrete, praktische Handlungssituation relevant sind.

Viele Studien zeigen, dass Lernprozesse zielführender sind, wenn die Theorie an selbst erlebte Situationen angeknüpft werden kann. Die Umstellung auf Handlungskompetenzorientierung wird gemeinsam mit den Schulleitungen, den Lehrpersonen sowie mit pädagogisch-didaktischen Experten vorbereitet.

Wo bekomme ich Detailinformationen, was in der Berufsschule ausgebildet wird?

Der neue Bildungsplan ist so aufgebaut, dass man sieht, welche Lerninhalte zu welchen betrieblichen Leistungsziel gehört. Optimalerweise wird (wenn möglich) die Ausbildung im Betrieb gemäss der LOK-Tabelle (hier) geplant.

Wenn die theoretische Abschlussprüfung fehlt – wie weiss ich dann wie gut jemand ist?

Theoretische Abschlussprüfungen gelten gerade in praktischen Berufen als veraltet. Eine Berufskunde-Prüfung ist eine Momentaufnahme aus der Theorie. Aber Theorie ist nicht gleich Praxis: Das heisst, ist jemand theoretisch gut, muss er nicht zwingend in der Praxis gut sein. Durch die Erfahrungsnote kann aber jederzeit eine Aussage über die theoretischen Kenntnisse der Lernenden gemacht werden.

Qualifikationsverfahren

Wieso gibt es keine Teilprüfung mehr?

Teilprüfungen (TP) werden von Kanton und Bund nur noch selten bewilligt. Grund dafür ist, dass an der Abschlussprüfung nicht geprüft werden darf, was an der Teilprüfung schon geprüft wurde. Diese «Doppelprüfung» ist nicht fair gegenüber einem Lernenden und kann bei einem Rekurs zu Schwierigkeiten führen.

Die TP war für einige Unternehmen eine gute Standortbestimmung diese wird nun wegfallen

Das stimmt leider. Das Gewicht fällt stärker auf Semesterberichte, üK-Bewertungen und Kompetenznachweise der üK und der BFS. Ab 2022 werden Berufsbildner/innen durch Lehrpersonen oder üK-Instruktoren über negative Leistungen der Lernenden in Kenntnis gesetzt. So können frühzeitig Massnahmen getroffen werden – z.B. ein runder Tisch mit Lehrperson, Praxisbildner/in, Lernende/r und Eltern.

Haben Sie weitere Fragen?

Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung:

Noel Gilomen
Aus- und Weiterbildung
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062 083 00 62